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 Betreff des Beitrags: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 15 Feb 2010 20:06 
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Registriert: 02 Jan 2008 11:23
Beiträge: 790
Wohnort: Hamburg
Liebe Leute,
ich wollte mal Eure Erfahrungen "anzapfen". Was haltet Ihr von E-Books. Immer wieder findet man solche Redaktionen, die downloadbare Zeitschriften herausbringen (teilweise sehr liebevoll gestaltet).
Ich bin etwas konservativ und glaube an Ruhm im gedruckten Wort, aber wie ist es mit Euch? Gebt Ihr eine Kurzgeschichte lieber an einen E-Book-Download-Verlag oder doch dorthin, wo es gedruckt wird.
Was sind die Vorteile und Nachteile von E-Books? Ist die Qualität des Lektorats etwa schlechter bei Ebooks, als in einem Druckverlag? Wird ein größeres Publikum angesprochen?
Ich weiß nicht, aber E-Books sind ja Veröffentlichungen im Netz, der Autor würde zumindest etwas von der VG-Wort bekommen, oder?

Fragen, Fragen, Fragen, ... ich bin da völlig naiv bei diesem Thema...

Auf das Thema bin ich gekommen, als ich wieder etwas über den E-Book.Reader las. Ist das "die Zukunft"? :eh:


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 16 Feb 2010 01:21 
Geschichtenweber-Legende
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Registriert: 11 Nov 2004 13:45
Beiträge: 8412
Wohnort: Österreich
Warum postest Du das unter Lesungen? ???

Es mag sein, dass das Ebook Zukunft hat - in der Zukunft. In der Gegenwart sieht es trist aus. Nur wenige haben einen Ebookreader und nicht alles, was sich Ebook nennt, lässt sich darauf optimal lesen.

Was mich vor allem skeptisch macht, ist, dass sich Ebooks (ob professionell, sei dahingestellt) sich praktisch ohne Kosten verwirklichen lassen. Wenn ein Fanzinemacher auch nur 100 Stück seines Fanzines im Kopierverfahren herstellt, so ist es immer noch gutes Geld, dass er da investiert. Und es lässt sich kein beliebiger Umfang realisieren. Bin ich da dabei, weiß ich, dass ich auch überzeugt habe. Und selbst da ist es nicht so leicht, auch veröffentlicht zu werden, bei professionelleren Verlegern noch weniger.

Dagegen die Ebookmacher sind über Vernetzungsplattformen fast so aufdringlich wie DKZler. Für mich sieht das so aus, als würde man teilweise auf "gut Glück" irgendwas produzieren. Kostet ja schließlich nichts und ein .pdf ist schnell zusammengeschustert. Das und auch, dass teilweise "Nicht-Siegerbeiträge" von Wettbewerben als Ebook zusammengestellt werden, trägt nicht gerade zum guten Ruf des Medium bei.
Mich macht auch stutzig, wenn man hört, was Ebookautoren so von sich geben. Ich habe nocht nie (!) gehört, dass sich jemand dazu entschieden hätte, weil er selbst so gerne Ebooks liest. Da war immer von Verlagsablehnungen die Rede.
Momentan habe ich das Gefühl, dass es mehr Ebookautoren als Leser gibt und das selbst so mancher Ebookautor noch selbst kein einziges Ebook je selbst gelesen hat (schon gar keines, das was kostet), von einer gewissen Regelmäßigkeit ganz zu schweigen.

Dann gibt es natürlich das Ebbok noch als zusätzliche Veröffentlichungsform zum gedruckten Buch. Da habe ich aber auch das Gefühl, dass die Metalität "Hilfts nix, so schadets nix" vorherrscht.

Umgekehrt erscheinen mir professionelle Ebooks zu teuer. Nur wenig Preisnachlass gegenüber der Taschenbuchausgabe. Und dazu darf man nicht weiterverkaufen. Bei einem normalen Buch geht es aber durchaus, es noch bei Ebay zu verramschen. Und dazu der teure Reader ...
Wie gut diese sind, mag ich nicht zu beurteilen. Ich weiß nur, dass Lesen am Computerschirm kein Genuss ist. Das mache ich, wenn ich eine Anthologie herausgeben will oder dafür bezahlt werde, aber sicher nicht zum reinen Entspannen.


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 16 Feb 2010 06:47 
Schreiberling
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Registriert: 15 Nov 2009 13:48
Beiträge: 1974
Wohnort: Winnert (bei Husum)
Nina hat geschrieben:
Was mich vor allem skeptisch macht, ist, dass sich Ebooks (ob professionell, sei dahingestellt) sich praktisch ohne Kosten verwirklichen lassen.

Och, Nina, bitte. Deine Arbeitszeit ist wirklich kostenlos?

My.

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| p.machinery Michael Haitel
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| Mitglied im Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS www.vds-ev.de)
| Mitglied im Verband der freien Lektorinnen und Lektoren e.V. (VFLL www.vfll.de)


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 16 Feb 2010 07:12 
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Registriert: 02 Jan 2008 11:23
Beiträge: 790
Wohnort: Hamburg
Nina hat geschrieben:
Warum postest Du das unter Lesungen? ???


Hab die Admins schon gebeten, den Beitrag zu verschieben, was nun auch geschehen ist. ;D

Interessanterweise hast Du da die selbe Meinung wie ich.
Also rundherum lastet auf dem E-Book das Siegel des "Billigprodukts" ohne echten "Qualitätsstandard" oder schlimmer ohne "Qualitätsanspruch"?

Na, ich warte mal, bis andere Erfahrungen/Meinungen reinflattern.


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 16 Feb 2010 08:03 
Buchstabenmaler
Buchstabenmaler
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Registriert: 09 Jun 2008 11:48
Beiträge: 122
Wohnort: Ein Aargauer im Thurgau … Au, Au, Au.
Moin,

interessantes Thema. Ich bin E-Book-Formaten gegenüber recht offen eingestellt, so lange sie nicht mit DRM wie blöde gedeckelt sind. Entsprechend wenig halte ich von Apples «iBooks»-Vorstoß. Die Verlage werden, wie weiland bei iTunes, auf heftiges Rechte-Management pochen, auch wenn es nix bringt. Bei Musik hat es Jahre gedauert, bis die Publisher eingesehen haben: Nö, die Gängelung versaut uns nur noch zusätzlich die Marktzahlen, also weg mit, Wasserzeichen rein und jut ist.

Aber eben: Ich bin offen, was E-Books angeht. Ich habe schon eine ganze Reihe davon an meinem Mac gelesen – die Reader sind mir momentan noch zu «archaisch», als dass ich da Geld drinne versenken würde. Aber insbesondere Fachartikel und -Magazine lese ich fast ausschließlich im digitalen Format. Weswegen? Als Datei aufm Rechner kann ich die Dinger alle mit Schlagwörtern versehen, so wie es Bibliotheken mit DOBIS und Konsorten machen. Ich erinnere mich düster an einen Artikel zum Thema «Farbtemperatur»? Also suche ich nach dem Schlagwort und bekomme die vier Dokumente, in denen es ums Thema geht. Außerdem kann ich mit einer Volltextsuche quer über mehrere Dateien meine Sachen schneller finden, als wenn ich zehn Ausgaben von «Pages» durchblättern muss, um nur schon ein Zitat rauszusuchen.

Aber ich glaub, hier geht es um Belletristik … Da sehe ich die Sache ein wenig anders.

Die ganzen oben genannten Vorteile hat man bei Schöngeistigem gerade dann noch, wenn man Literatur studiert. Wer einfach «nur» LESEN will, nun ja, der hat nix von. Dafür entweder einen strahlenden Monitor, der nach zwei Stunden die Augen ermüdet, oder ein ePaper-Gerät, wofür man 400 Euro oder so liegenlassen darf.

Aber sollten sich E-Reader im größeren Umfang durchsetzen (und nicht mit DRM zugemüllt werden), werde ich es begrüßen. Insbesondere als Autor hat man deutlich mehr Möglichkeiten als bei einer Kleinverlagsveröffentlichung. Auch in finanzieller Hinsicht. Gedankenspiel:


Variante 1: Autor veröffentlicht Buch mit Randthema bei einem Kleinstverlag. Der verkauft 200 Exemplare @ 20 Euro (teuer da Kleinauflage), der Autor bekommt seine ~10 %, verdient also 400 Euro an seinem Buch.

Variante 2: Autor veröffentlicht Buch mit Randthema als E-Book für € 1.99. Da billig ist die Hemmschwelle für Interessierte geringer, doch mal kurz auf den «Kaffeekasse»-Button der Autorenwebsite zu drücken oder das Buch regulär auf Plattformen wie Lulu oder dem Kindle-Shop zu kaufen. Auch wenn das Buch zu 90 % «raubkopiert» werden sollte: Wenn man mit den anderen 10 % immer noch auf 300 ehrliche Leser kommt, hat man schon mehr verdient als mit dem Kleinverlag. Und die Chancen stehen nicht schlecht; mal kurz 20 Euro für ein Buch in die Hand zu nehmen, das nicht großartig in den Feuilletons besprochen wurde, ist eine Sache. Aus Neugierde halt auf den 1.99-Knopf zu drücken was ganz anderes. Ich selbst hab mit meinem «Fleischdach» die 10 % = 300 ehrliche Leser schon laaange überschritten.

Vorteil Variante 1: Ordentliche, angesehene Veröffentlichung. Kann wichtig sein für Stipendien, Literaturwettbewerbe oder Autoren-Verbände.

Vorteil Variante 2: Da potentiell ein größerer Leserkreis möglich ist, selbst für Randthemen, kann man sich leichter einen Namen machen. Gegebenenfalls folgen so Aufträge in anderen Metiers wie Kolumnen-Schreiben, Texten etc..


So oder so wird sich das Verlagsmodell grundsätzlich ändern. Ändern müssen. Schön sieht man das bei den Büchern von Kein&Aber: Die Dinger sind typographische Meisterwerke mit auserwähltem Papier. Dafür kann K&A auch problemlos 20 Euro pro Taschenbuch verlangen, verkauft sich wie blöde. Mit einem 08/15-Paperback wird es in Zukunft schwierig werden, großartig Geld mit zu verdienen. Da geht es dann nur über Masse lohnenswert, was vorwiegend die Bestseller-Autoren pushen wird. Die Kleineren bleiben auf der Strecke.

Auf lange Sicht sehe ich nur noch da gedruckte Bücher, wo gegenüber der digitalen Version wirklich ein Mehrwert da ist – für den Leser oder Verlag: Haptik, Großformate, aufwendig produzierte Bilder / Photos / Typographie, die sich nur schlecht auf einem Monitor oder eReader abbilden lassen, Bestseller-Taschenbücher (weil man da halt alleine an Flughafen oder Bahnhöfen ein paar Millionen von verkaufen kann) …

Cheers,
-Sascha

_________________
Sascha „nggalai“ Erni, .rbAngry Sascha is angry


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 16 Feb 2010 15:05 
Satzartist
Satzartist
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Registriert: 18 Jun 2007 12:46
Beiträge: 746
Wohnort: Bayern
Als Länge für ein E-Book sehe ich eine Kurzgeschichte von maximal 15 Seiten Länge. Das ist das, was man bequem in einer Mittagspause lesen kann, ohne Kopfschmerzen zu bekommen. Dafür ist ein kleiner, aber feiner Markt da.
Voraussetzung ist ein Verlag mit ordentlichem Lektorat, niedrigen Preisen und normalem Vertrag für Autoren. Zugleich sollte aber immer eine Printversion angeboten werden. Denn gute Geschichten, die man vielleicht sogar selbst zu einem Band zusammenstellen und gedruckt verschenken kann, finden immer ihren Leser.

Die Zielgruppe ist anders, als wir uns denken. Für meine Romane sehe ich einen Leser, der sich begierig auf mehr als 250 Seiten stürzt, ein umfangreiches Wissen hat und meine Anspielungen liebt. Für ein e-book sollte ich mir lieber einen jungen Leser vorstellen, der ein intimes Verhältnis zu seinem Handy hat, technikbegeistert ist und zweimal pro Woche eine Geschichte von maximal sechs Seiten liest.


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 16 Feb 2010 15:35 
Geschichtenweber-Geselle
Geschichtenweber-Geselle
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Registriert: 14 Apr 2007 15:26
Beiträge: 4204
Als mein Onkel kürzlich zu Besuch war, durfte ich den Amazon Kindle testen, den er dabei hatte. Das ist ein ganz anderes Gefühl, damit ebooks zu lesen als am PC. Die Bedienung ist so super einfach, dass man direkt loslesen kann, die Schriftgröße kann man sich einstellen, im Abo kommen Zeitungen. Damit zu lesen ist angenehm, auch wiegt das Teil weniger als ein Hardcover, man kann es prima in der Hand halten. Und es erinnert mich so schön an diese Lesegeräte, die Captain Kirk und seine Crew in ihren Quartieren hatten. :D
Einziger Nachteil: Das Ding ist teuer.

Ich nehme aber stark an, dass die Lesegeräte schon bald preisgünstiger werden (denkt mal an Digitalkameras; die kosteten als sie rauskamen ein Vermögen und inzwischen bekommt man welche weit unter 100 Euro). Und damit auch die ebooks beliebter. Denn praktisch sind sie ja nunmal.

Was ebook-Verlage angeht: Diese müssen, wenn sie länger am Markt Bestand haben wollen, unbedingt auf Qualität achten. Denn ein Buch downloadbereit ins Netz zu stellen, ist noch einfacher, als bei BoD eines drucken zu lassen. Wer da schlampt, bekommt die Quittung in Form von keine Leser.

_________________
Bei dir fand ich das Paradies
Liebe in Schottland
Geliebte Verdächtige


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 16 Feb 2010 15:43 
Buchstabenmaler
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Registriert: 16 Feb 2008 10:16
Beiträge: 222
Wohnort: Kaiserslautern
Hallo,
ich habe selbst einen Hanvon Ebookreader http://mobiltechnologie.suite101.de/article.cfm/testbericht_hanvon_wisereader_n518
und nutze ihn eifrig, allerdings mehr zum Lesen von Zeitschriften, die ich aus dem Netz lade.
Ich denke, dass das Ebook kommen wird, wenn die Verlage die Preise deutlich gegenüber dem Printbereich senken. Bei meiner Roten Johanna von Kaysenheim gibt es nun auch eine Variante für Kindle. Der Verlag hat sie aber gerade einmal rund 2 Dollar billiger gemacht als die Printausgabe. So wird das mit den Ebooks bestimmt nichts. Ich werde mir aber kaum noch eine rechtefreie Klassikerausgabe kaufen, wenn ich das ganze umsonst im Netz auf meinen Reader laden kann.
Dennoch werden die gedruckten Bücher bestimmt noch lange dominieren. Ich selbst habe bei einem Portal Kurzgeschichten als ebooks fürs Handy angeboten - ich glaube mobilebooks ?. Bisherige Verkäufe: 0
Die Jugendlichen geben ihr Geld lieber für einen furzenden Frosch als Klingelton aus, denn dafür eine Geschichte auf dem Handy zu lesen. Wobei ich selbst - ehrlich gesagt - auf dem Handy gar nix lesen will.
Alex


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 16 Feb 2010 18:10 
Administrator
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Registriert: 16 Jun 2008 13:41
Beiträge: 4256
Wohnort: Bayern
Ja, ein interessantes Thema.
Ich liebäugle schon lange damit mir auch einen eBook-Reader zu kaufen. Ich habe bisher zwischendrin schon immer mal wieder Geschichten oder News auf meinem PPC gelesen. Zur Not ging das aber lieber hätte ich dafür ein Pad oder so.
Allerdings finde ich die Dinger bisher nicht ausgereift genug um auch universelle Buchformate lesbar zu machen.
Problem sind derzeit einfach die vielen verschieden eBook- oder Textformate, welche nicht immer unterstützt sind.
Denn woher weiß man, ob es das Buch oder den Text immer in dem für meine Reader passenden Format gibt?
Ausnahme: PDF "unterstützen" zwar mittlerweile die meisten Reader, aber meist nicht als skalierbaren Text, sondern als Grafik zum ZOOMEN... na super! *grr*
Und das ich mir meine ausgewählten Bücher selbst für den eBook-Reader passend aufbereite, dazu habe ich nicht den Nerv.
Aber dennoch, irgendwann werde ich einen Reader haben, das ist sicher. (vielleicht fängt der Boom ja jetzt mit dem iPad an)
chriffie hat geschrieben:
Die Zielgruppe ist anders, als wir uns denken. Für meine Romane sehe ich einen Leser, der sich begierig auf mehr als 250 Seiten stürzt, ein umfangreiches Wissen hat und meine Anspielungen liebt. Für ein e-book sollte ich mir lieber einen jungen Leser vorstellen, der ein intimes Verhältnis zu seinem Handy hat, technikbegeistert ist und zweimal pro Woche eine Geschichte von maximal sechs Seiten liest.
Mit dieser Annahme wäre ich vorsichtig.
Mein Vater, jetzt 62 Jahre und totaler ComputerDAU, hat sich vor 3 Wochen in Amerika einen eReader gekauft und ist total zufrieden mit dem Teil. DENN jetzt braucht er keine Lesebrille mehr... ;-) das Ding skalliert die Texte beliebig groß hoch. Und er kann viele Bücher oder Magazine ohne Platzprobleme immer mit sich rumtragen und lesen wann und wo er will. Und da sind durchaus auch längere Romane dabei, bei denen er bequem "Lesezeichen" setzen kann.
Ich denke große Teile unserer Generation und auch schon die Gerneration unserer Eltern ist durchaus bereit diesen Fortschritt zuzulassen, wenn dieser bequem genug ist.
Denn wer hat sich nicht schon mal über das blöde Umblättern von Zeitungen oder den dicken Roman im Rucksack auf dem Weg zur Arbeit geärgert? Diese Probleme wären damit auf einen Schlag gelöst.
Ich denke es wird nicht mehr lange dauern, dann werden die Printmedien richtig Probleme bekommen. Hoffen wir nur, dass hier nicht die selben Fehler wie in der Musikindustrie gemacht werden.
Bequem und praktisch muss es sein! Und die Leser lassen sich genau ungern bevormunden, wie die Musikhörer!

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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 16 Feb 2010 18:30 
Buchstabenmaler
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Registriert: 16 Feb 2008 10:16
Beiträge: 222
Wohnort: Kaiserslautern
Das in Ebookformate umwandeln geht wohl ganz gut mit Calibre http://calibre-ebook.com/ .
Damit kann man auch ganz einfach die verschiedenen Magazine runterladen und auf den Ebookreader übertragen.
Alex


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 16 Feb 2010 18:30 
Buchstabenmaler
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Registriert: 16 Feb 2008 10:16
Beiträge: 222
Wohnort: Kaiserslautern
Das in Ebookformate umwandeln geht wohl ganz gut mit Calibre http://calibre-ebook.com/ .
Damit kann man auch ganz einfach die verschiedenen Magazine runterladen und auf den Ebookreader übertragen.
Alex


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 16 Feb 2010 19:57 
Geschichtenweber-Legende
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Registriert: 11 Nov 2004 13:45
Beiträge: 8412
Wohnort: Österreich
Ja, ich bin auch davon ausgegangen, dass es hier um Unterhaltungsliteratur geht. Ein vergriffenes Sachbuch, das ich brauche, würde ich notfalls auch als Ebook nehmen. (Aber dann vermutlich ausdrucken.) Aber Interesse allein würde nicht reichen.
Dabei ist es aber natürlich wichtig, dass es sich um brauchbare Literatur handelt, wo es nicht schon Hunderte andere Bücher zum Thema gibt. Ein Sachbuch zu dem Thema "Die Katze" würde ich mir als Ebook nie kaufen (und ja, ich liebe Katzen), aber ein vollständiger Atlas sämtlicher Wirbeltierknochen wäre schon eine Überlegung wert.

Also wegen Handy habe ich vor zwei Jahren schon gefragt, ob es eines gibt, wo man Ebooks lesen kann. Hieß es aber, es gibt nur Handys, wo es theoretisch möglich wäre, sie es aber nicht garantieren, dass es geht. ??? Wie weit ist man denn inzwischen, liest schon jemand Ebooks am Handy?

- Was ich aber bezüglich Preisen interessant finde, ist das Modell einer "Leseflatrate". Also man meldet sich wo an, zahlt einen gewissen Beitrag im Jahr und darf dann eine größere Zahl von Ebooks runterladen (ev. sogar alles, was angeboten wird - vielleicht kann man auch andere Sperren einbauen wie z.B. eins pro Kalendertag oder fünf pro Woche oder wie auch immer). Derzeit dürfte das in der Form noch nicht existieren. Ist aber wie gesagt auch noch kaum interessant, weil es da ein Portal bräuchte, das auch regelmäßig Bestseller mit dabei hat und die Verbreitung vernünftiger Lesegeräte müsste auch deutlich höher als jetzt sein.

Beckinsale hat geschrieben:
Nina hat geschrieben:
Was mich vor allem skeptisch macht, ist, dass sich Ebooks (ob professionell, sei dahingestellt) sich praktisch ohne Kosten verwirklichen lassen.

Och, Nina, bitte. Deine Arbeitszeit ist wirklich kostenlos?


Das kommt drauf an. Meine Arbeitszeit beim Schreiben von Kurzgeschichten/Herausgeben von Anthologie war bislang leider tatsächlich meist kostenlos oder zu einem Betrag zu haben, der im Bereich des Lächerlichen liegt. (So manche Kurzgeschichte ist einmal essen gehen - aber nicht die Familie im Nobelschuppen, sondern allein beim Chinesen.) Ich weiß auch, dass viele Kleinverleger selbst ähnlich selbstausbeuterisch arbeiten.
Aber das ist nur in einem bestimmten Bereich, wenn ich an anderen Dinge arbeite (z.B. Korrekturlesen von Werken, mit denen ich nichts zu tun habe), ist die Arbeitszeit nicht kostenlos. Und meine Mikroproben an der Uni sortiere ich auch nicht nur, weil es so lustig ist, den ganzen Tag mit einer Nadel am Stiel Körnchen im Bereich von 0.125-1 mm auseinanderzuklauben. Was nicht heißt, dass es nicht auch mal Spaß macht. Leider kommt mir vor, dass es sich mehr und mehr durchsetzt, nichts, das auch nur irgendein Mensch interessant finden könnte, zu honorieren.

Ich spreche hier aber nicht von "Umrechnung von Arbeitszeit", die im Kleinverlagsbereich nicht den normalen Gesetzen eines Arbeitsmarkts gehorcht und wo irgendwelche empfohlenen Mindeststundensätze reine Utopie sind, sondern von realen Kosten wie dem Druck.
Mir ist übrigens auch noch kein einziger reiner Ebookverlag untergekommen, von dem ich gedacht hätte, dass das was anderes als ein Hobbyprojekt ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 17 Feb 2010 10:58 
Federhalter
Federhalter

Registriert: 03 Dez 2008 08:01
Beiträge: 93
Ich habe mir auf der letzten Buchmesse in Frankfurt mal ein paar E-book-Reader angeschaut und werde wohl noch länger beim gedruckten Buch verweilen. Mein Verleger hat im letzten Jahr auch einige meiner Bücher als e-book herausgebracht und ich bin gespannt, wie sich die Verkäufe dort entwickelt haben, aber irgendwie bin ich fast sicher - sonst hätte ich sicher schon etwas gehört, bei meinen Gesprächen mit dem Verleger -, dass sich die Verkäufe in engen Grenzen halten.
Gruss
herbert

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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 19 Feb 2010 10:25 
Buchstabenmaler
Buchstabenmaler

Registriert: 17 Mai 2009 09:48
Beiträge: 126
Zum Thema eine kurze Anmerkung:

Dass sich das Geschäft mit E-Books nicht rechnet lässt sich auch daraus ableiten, dass bisher reine E-Book-Verlage nun gedruckte Ausgaben anbieten und für diese eine deutlich höhere Qualität voraussetzen als für die bisher erschienenen E-Books. In einem Telefongespräch mit zwei Anbietern wurde klar gesagt, dass diese "druckbaren" Veröffentlichungen dann auch ein echtes Lektorat durchlaufen, während bisherige E-Book-Veröffentlichungen ein "Minimallektorat" (auf Nachfrage kam die Bestätigung, ein Rechtschreibprogramm, immerhin!) bekämen.

Vorteil einer solchen Veröffentlichung bei diesen Verlagen:

Herkömmliche Verlegung mit guten Konditionen bezüglich Autorenhonorar und Autorenrabatt.

Nachteil:

Die Verlage sind noch recht unbekannt und durch die Verlegung von teilweise miserablen E-Books müssen sie sich erst irgendwie "rehabilitieren"!

Für AutorInnen, die sich über Selbstvermarktung ihrer Bücher eine Chance ausrechnen aber durchaus empfehlenswert, wie gesagt, Kosten fallen vorab keine an, lediglich georderte Bücher für den Eigenbedarf müssen vor Lieferung bezahlt werden.

Auf Nachfrage wurde auch eingeräumt, dass reine E-Books im Erfolgsfalle - wie immer der auch aussehen mag - auch gedruckt würden.

LG

Harald


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Books contra Druck
BeitragVerfasst: 19 Feb 2010 10:42 
Geschichtenweber-Geselle
Geschichtenweber-Geselle
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Registriert: 14 Apr 2007 15:26
Beiträge: 4204
:lol: :lol: :lol:
Ich frage mich immer wieder, woher Du den Blödsinn hast, den Du von Zeit zu Zeit hier verbreitest, Harald. Aber ich glaube, ich will das so genau gar nicht wissen. ;D

Nur weil Du noch nie mit einem richtigen Verlag (der seine Autoren bezahlt, keine Abnahmeverpflichtung hat, ein für den Autor kostenloses, gutes Lektorat hat, usw.) zu tun hattest und es vermutlich auch nie haben wirst, heißt es nicht, dass es keine gibt. ;)

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