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BeitragVerfasst: 08 Nov 2009 10:39 
Geschichtenweber-Geselle
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Registriert: 14 Apr 2007 15:26
Beiträge: 4204
Diese Kurzgeschichtensammlung startet gleich mit einer wirklich heftigen Geschichte, dem Titel gebenden Text "Klappe zu, Balg tot". Es geht um Maria, eine junge Frau, die hochschwanger ist und ihr Kind alleine im Badezimmer zur Welt bringt. Da sie das Kind nicht haben will, bringt sie es zu einer Babyklappe. Doch die Klappe lässt sich nicht öffnen ...
Und auch die folgenden Geschichten sind düster, skurril und oftmals mit Horrorelementen gespickt. Da ist die Arbeiterin in einer Schokoladenfabrik, die eine ganz besondere Beziehung zu Schokoladenweihnachtsmännern aufbaut und schließlich in der Psychiatrie landet. Pädophile und mordende Pfarrer kommen ebenso vor, wie scheinbar ganz normale Frauen, die durch unglückliche Umstände plötzlich einen Toten in ihrem Hotelzimmer haben. Oder der Vater, der für den Tod seines Sohnes verantwortlich ist.
Tod, Mord und psychische Abgründe spielen jedenfalls die Hauptrollen in den Geschichten. Stilistisch ist die Autorin sehr sicher und trotz der düsteren Thematik sind die Geschichten doch meist mit leichter Hand geschrieben, lesen sich flüssig und die meisten auch sehr unterhaltsam. Das eine oder andere Klischee hätte es nicht gebraucht und hin und wieder wurde der Ekelfaktor doch etwas zu sehr strapaziert; da wäre weniger mehr gewesen.
Dennoch eine hübsche Sammlung für Freunde gepflegter Horror-Unterhaltung.

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BeitragVerfasst: 08 Nov 2009 15:31 
Buchstabenmaler
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Registriert: 05 Nov 2007 21:28
Beiträge: 206
Danke Maren für die Rezension!
Ich leite sie gleich mal ans Horrorforum weiter.
>:D


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BeitragVerfasst: 08 Nov 2009 15:34 
Geschichtenweber-Geselle
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Registriert: 14 Apr 2007 15:26
Beiträge: 4204
Ernst hat geschrieben:
Danke Maren für die Rezension!
Ich leite sie gleich mal ans Horrorforum weiter.
>:D

Kannst Du gerne machen. Ich habe sie außerdem bei rezi-online eingestellt und poste sie dann auch noch in den Bücherforen, in denen ich mich so herumtreibe.
Auf mein Blog werde ich sie auch stellen, kann ich das Cover bei Dir von der Verlagsseite "klauen"? ;D Ich habe keine amazon-Verknüpfung im Blog, kann aber einen Link setzen, entweder zu amazon oder zur Verlagsseite.

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BeitragVerfasst: 08 Nov 2009 15:57 
Geschichtenweber-Geselle
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Registriert: 10 Dez 2006 11:25
Beiträge: 4857
Wohnort: Hamburg
Anscheinend war das Buch für die Post so gruselig, dass sie es ganz schnell ausliefern mussten :twisted: - denn es kam bei mir auch schon gestern an, obwohl ich es erst Mittwoch im Nachtdienst bestellt hatte ... Ich bin schon sehr neugierig, das klingt alles sehr vielversprechend.

Gruß, Melanie


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BeitragVerfasst: 09 Nov 2009 07:06 
Buchstabenmaler
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Registriert: 05 Nov 2007 21:28
Beiträge: 206
Maren hat geschrieben:
Kannst Du gerne machen.

DANKE!
Zitat:
Ich habe sie außerdem bei rezi-online eingestellt und poste sie dann auch noch in den Bücherforen, in denen ich mich so herumtreibe.
Das wäre prima. Wir probieren in Sachen Buch-Werbung derzeit etwas aus und versuchen zu ergründen, woher die Käufer kommen.
Zitat:
kann ich das Cover bei Dir von der Verlagsseite "klauen"?

Klar, mach nur. Wenn du eine andere Größe brauchst, lass es mich wissen.
Zitat:
Ich habe keine amazon-Verknüpfung im Blog, kann aber einen Link setzen, entweder zu amazon oder zur Verlagsseite.
und oder beide. Ganz wie du möchtest.


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BeitragVerfasst: 10 Nov 2009 08:09 
Geschichtenweber-Lehrling
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Cool - bei mir trudelte es gestern ein - oder am WE - ganz genau weiss ich das nicht mehr - dann werde ich das nach meinem momentanen Schmöker gleich mal vorziehen (was eh geplant war ;D )


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BeitragVerfasst: 11 Nov 2009 08:22 
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Ich muss Kurzgeschichtenbücher immer geniessen - also nie mehr als eine Geschichte pro Tag, weil das sich sonst in meinem Schädel vermengt und ich nicht mehr weiss, was ich gelesen hab - was damit zusammenhängt, dass sich momentan auf meine Nachttisch 5 verschiedene Leseobjekte stapeln, die ich mehr oder weniger gleichzeitig abarbeite. Also, mach ich das mal einzeln

Klappe zu, Balg tot

Die Titelgeschichte kommt in einem leicht schnodderigen Ton daher und erzählt unverklärt aus der Sicht der leidenden Mutter, die von ihrem Freund verlassen wurde, weil sie schwanger ist und ihren Kummer in Nichtstun und Alkohol ertränkt und alle Schuld auf ihr Kind lädt. Aus einem Impuls heraus, beschliesst sie dann aber doch ihr Kind bei ner Kinderklappe eines Krankenhauses abzugeben... doch die klemmt.

Fazit:
Schon vom ersten Moment an fühlt man sich in diese Geschichte geworfen und hat alles andere, nur kein Mitleid mit der Mutter. Das ändert sich auch nicht. Zwei Dinge machen diese Geschichte bemerkenswert. Zum Einen die Schonungslosigkeit mit der alles in einem Drama enden muss, welche auch - zumindest bei dieser Person - durchaus nachvollziehbar ist und die Tatsache, dass die Namen der handelnden Personen erst am Ende genannt werden...


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BeitragVerfasst: 12 Nov 2009 16:51 
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Martins Lingam (Vorsicht SPOILER!)

Diese Geschichte konnte ich leider nicht recht nachvollziehen. Eine Frau, die mit ihrem Freund Martin und dem gemeinsamen Sexleben vollkommen zufrieden scheint, jedoch 'nur aus Neugier' beinahe mit ihrem Chef zu schlafen beginnt, und damit ihre eigene Monogamie herausfordert. Als der Chef mit ihrem 'Sexspielzeug' rumspielt, einem phallusähnlichem Gegenstand namens 'Lingam', dass sie von Martin einst geschenkt bekam, tut es ihr leid. Die beiden ringen um das Teil, der Chef knallt unglücklich an die Nachttischkante und ist tot. Das ist ihr natürlich doppelt peinlich und sie versucht, vor ihrem Ehemann zuhause zu sein, nur um festzustellen, dass er sie grade betrügt bzw. betrogen hat und als rächende Göttin bzw. Furie ihn mit seinem eigenen Bild (Lingam?) erschlägt.

Ich hab leider zuwenig Ahnung von indischer Mythologie, sonst hätte ich bestimmt noch die eine oder andere Analogie ziehen können. So war die Geschichte zwar gut erzählt, aber der Clou hat sich mir leider nicht eröffnet. Bitte hiermit um Mithilfe bei meiner Erklärungssuche. :think: :oops: :think:


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BeitragVerfasst: 13 Nov 2009 11:00 
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Mein Frank

Am Anfang etwas ungewohnt vom Sprachduktus eines mütterlichen Selbstgesprächs rutscht man doch sehr schnell in die Geschichte und erfährt von zwei Brüdern, von denen der namensgebende Frank ein Frauenhalldori ist und der andere eher das Gegenteil. Leider wird hier - meiner bescheidenen Meinung nach - schon zu Anfang durch einen einzigen Satz die Spannung rausgenommen, weil mit diesem Satz klar wird, wie die Geschichte enden muss. Aber natürlich kann das gewollt sein, weil so der Leser sehenden Auges in die Katastrophe rutscht, während die Mutter immer noch im Unklaren ist( bzw. sein will?). Immerhin liegt eine schöne Konsequemz in der Geschichte, dass der Leser das Ende kommen sieht, aber nicht daran teilhat, sondern sie/sich ganz seiner Phantasie überlassen kann.

Fazit:
Nicht für jedermann etwas, aber mir gefiels, auch wenn ich anfangs zweifelte :angelic-blueglow:


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BeitragVerfasst: 13 Nov 2009 23:14 
Buchstabenmaler
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Ich hab's auch gelesen. Fand's schrecklich, aber toll. Hier meine Rezension dazu:

http://moderne-kurzgeschichten.suite101 ... u_balg_tot


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BeitragVerfasst: 16 Nov 2009 08:01 
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Cool - hat mir gefallen. Macht mir Lust auf die Geschichten, die ich noch nicht gelesen habe :thumbup:

Wenn der Postmann zweimal klingelt (Evtl. Spoiler)

Hier also die mittlerweile schon berüchtigte Schokoladengeschichte: Eine frisch auf die Strasse gesetzte Frau bekommt nach kurzer Zeit einen Hiwi(Hilfswichtel)-Job in einer Schokoladenfabrik, wo sie Weihnachtsmänner nach Herstellung und Verpackung auf ihre Festigkeit prüfen muss. Daraus entwickelt sich mit der Zeit ein immer stärkerer Fetisch, der sich nicht mehr unterdrücken lässt...
Nach Verlust dieses Jobs und einer kurzen 'Zwangspause' bestellt sich die Protagonistin ein Schokoladenherstellset nach Hause. Da kommt ihr der von sich selbst überzeugte, machohafte Postbote gerade recht...

Fazit:
Eine ziemlich abgefahrene Idee und eine spannende Geschichte. Mein einziges Manko war, dass ich die Kindheitserinnerungen der Protagonistin nicht richtig einzuordnen wusste - das kann aber auch an mir liegen :twisted: ;D


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BeitragVerfasst: 22 Nov 2009 11:32 
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Die Glückshaube

Eine interessante Geschichte, die nicht ganz so schwarz ist wie die anderen.
Ein Junge wird zuhause mit den Resten der Plazenta(?) im Gesicht geboren, der sogenannten 'Glückshaube'.
Doch mit Glück gesegnet ist er nicht wirklich, so dass er die kleinen Dinge schätzen lernt.

Fazit:
Die Geschichte ist gut erzählt, aber der düstere Clou, der die anderen ausmachte, fehlt hier etwas oder kommt nicht klar hervor.


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BeitragVerfasst: 23 Nov 2009 13:32 
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Gottes schwarze Schafe

a) Die Geschichte ist so kurz, dass ich kaum den Inhalt wiedergeben kann - der Titel sagt eigentlich schon alles

b) In wenigen Worten einem tiefen Schmerzempfinden Ausdruck zu verleihen, ist schon ziemlich hart.

Fazit:
Einfach nur gut. Sehr nachdenklich stimmend, aber gut. :thumbup:


Zuletzt geändert von Henry Bienek am 24 Nov 2009 08:23, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 24 Nov 2009 08:23 
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Hast Du ma'n Euro

Beatrice Tag fängt gar nicht gut an und dabei steht ihr ein Meeting bevor, dass über Wohl und Wehe ihrer beruflichen Karriere und Zukunft entscheidet. Doch alle (Vor)zeichen stehen auf Sturm: Am Vortag hat sie ihr Porte-Monnaie mit allen Ausweisen verloren und jetzt bricht ihr auch noch der Absatz direkt vor dem Bürogebäude ab, als sie versucht einen lästigen Penner zu ignorieren...

Fazit:
Eine ziemlich gute Nichts-ist-so-wie-es-scheint-Story, die ich mir persönlich aber länger gewünscht hätte, da sie meiner bescheidenen Meinung nach fast etwas zu sehr vor sich hinplätschert.


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BeitragVerfasst: 25 Nov 2009 07:48 
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Weggegangen - Platz vergangen:

In dieser Geschichte geht es um Bettina, die sich eine Familie erkämpft hat, in dem sie beim ersten Anzeichen von Flirt mit Ihrem Jetzt-Mann sofort die Pille absetzte, so dass Kind und Kegel nichts mehr im Weg stand. Dessen Schwester Irmchen findet ihre Tochter Lisa auch herzallerliebst, kann aber mit Bettina gar nichts anfangen und ignoriert sie entsprechend. So weit, so normal. :twisted:

Doch mittlerweile ist Bettina von ihrem Mann (und ihrer Tochter!!!) verlassen worden und findet sich überraschend eingeladen auf Irmchens 60. Geburtstag, den diese allerdings nur nutzen will, um ihr zu zeigen, dass Bettinas einstiges Leben jetzt ihr gehört. Da brennt bei Bettina der Faden durch...

Fazit:
Mehr als die Handlung der Geschichte hat mich die fehlende Emotion der Protagonisten geschockt. Wirklich jeder - selbst die Tochter - handelt aus ureigenen, selbstsüchtigen Motiven, was mir die Möglichkeit nahm, auch nur in irgendeinem von ihnen was Menschliches (in meinem Persönlichen Kontext) zu entdecken. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte - vielleicht genau aus diesem Grund - sehr nachdenklich stimmend und das Ende entsprechend trocken. :thumbup:


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