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BeitragVerfasst: 19 Jan 2020 15:41 
Bleistiftspitzer

Registriert: 28 Dez 2019 15:22
Beiträge: 11
Wohnort: Stolberg (Rheinland)
Neben der klassische Kurzgeschichte und Novelle finde ich immer auch neue und (noch eher) ungewöhnliche Wege, die Literaten gehen, spannend. Solch ein Weg kann es beispielsweise sein, sich für Text an den typischen Ausdrucksformen oder Möglichkeiten der digitalen Welt zu bedienen. Bei den Ausschreibungen hatte ich als Beispiel die Chatgeschichten erwähnt.

Mich interessieren an dieser Stelle Projekte, die experimentell sind: Kennt ihr solche Projekte, habt ihr bereits an einigen mitgewirkt? Falls ja, wie waren die Erfahrungen? Ebenfalls spannend finde ich Kooperationen zwischen unterschiedlichen Kreativen. Ich glaube, Marianne (Labisch) hatte mir von einem Projekt erzählt, bei dem Texte auf Basis von Malerei entstanden sind?!

Ich selbst hatte mal die Idee (die vielleicht andere längst umgesetzt haben) einer virtuellen Stadt („Wir-sind-die-Stadt“) im Internet, „bewohnt“ von verschiedensten Kreativen (AutorInnen, ZeichnerInnen, MalerInnen, Komponisten beiderlei Geschlechts, VideokünstlerInnen …), die sich mit ihren Werken aufeinander beziehen. Wenn es ein Oberthema wie „Stadt der Zukunft“ geben würde, könnte man ArchitektInnen, StadtplanerInnen … einbeziehen. Das ist jetzt nur Spinnerei. Aber vielleicht kennt ihr „echte“ realisierte Projekte, die solche Kooperationen auf die eine oder andere Weise umgesetzt haben. Infos dazu würden mich interessieren. Liebe Grüße.


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BeitragVerfasst: 19 Jan 2020 18:37 
Administrator
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Registriert: 15 Nov 2006 10:53
Beiträge: 6458
Wohnort: Franken
Ansgar hat geschrieben:
Ebenfalls spannend finde ich Kooperationen zwischen unterschiedlichen Kreativen. Ich glaube, Marianne (Labisch) hatte mir von einem Projekt erzählt, bei dem Texte auf Basis von Malerei entstanden sind?!


Ich denke, damit hat Marianne unser Projekt "Bilder einer Ausstellung" gemeint. Es ist Literatur, die sich auf die Musik von Mussorgski bezieht, die sich auf Bilder von Hartmann bezogen hat. Dazu sind wiederum neben Texten auch neue, von der Literatur inspirierte Bilder entstanden.

Mein Vorwort:
Zitat:
Das Matrjoschka-Projekt

Als Modest Mussorgski zu Ehren seines verstorbenen Freundes Viktor Hartmann die Komposition „Bilder einer Ausstellung“ schuf, konnte weder er noch jemand anderer ahnen, welche Auswirkungen dieses Werk haben würde. Im Lauf der Zeit wurde daraus ein weltumspannendes „work in progress“, ein Kunstwerk, das ständig weiterentwickelt wird. 1971 veröffentlichte die Classic Rock Formation „Emerson, Lake and Palmer“ ihr Live-Album „Pictures at an Exhibition“, und dies löste einen Dammbruch aus, eine kreative Flut, Werk um Werk entstand und knüpfte an die Vorläufer an.
1975 veröffentlichten Philipp Corner und KP Brehmer eine weitere Bearbeitung, die sie als „Pictures of Pictures“ bezeichneten und die sowohl auf Mussorgski als auch Wassily Kandinsky basierte. Darauf aufbauend schuf KP Brehmer eine Art der visuellen Umsetzung mit Hilfe eines Sonographen und nannte sie „Pictures of Pictures from Pictures“. Philipp Corner setzte diese Bilder wiederum (1975-79) in Musik um und kommt so zu seiner Werkbezeichnung „Pictures of Pictures from Pictures of Pictures“. Aus einer Gedächtnisausstellung mit anschließender musikalischer Hommage im Jahr 1874 war ein Matrjoschka-Projekt geworden: Die Puppe in der Puppe in der Puppe in der Puppe … Jede und jeder fügte und fügt seit nahezu 150 Jahren das Seine hinzu und spinnt den Faden weiter.
Unser hier vorliegendes Buch könnte auch den Titel haben „Stories and Pictures of Pictures at an Exhibition“ – „Geschichten und Bilder zu Bilder einer Ausstellung“.

Ich selbst hörte die „Pictures at an Exhibition“ von „Emerson, Lake and Palmer“ Anfang 1972 das erste Mal und war begeistert. Ich mochte diese Art von Musik ebenso wie harten Rock und Rhythm and Blues. Aber dieses Album bot mir ein noch mehr als The Moody Blues, The Nice und Procol Harum: Es weckte mein Interesse an klassischer Musik. Angeregt von dieser schwarzen Vinylscheibe eröffneten sich mir neue Hörwelten und Klangsphären, die ich gerne betrat.
Ich liebe spartenübergreifende Projekte und mache seit vielen Jahren sogenannte „ästhetische Korrespondenzen“ mit Malern, Fotografen, Performance-Künstlern, Musikern und Komponisten. Als Marco Habermann auf dem Geschichtenweber-Forum seine Idee von einem Text-Bild-Musik-Konzept zu „Bilder einer Ausstellung“ vorstellte, erklärte ich mich spontan zur Mitwirkung bereit. [...]


_________________
Nur die Phantasielosn flüchtn in die Realität.
Arno Schmidt

http://www.scherm.de
http://www.gollwitzer.net


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BeitragVerfasst: 20 Jan 2020 14:28 
Geschichtenweber-Legende
Geschichtenweber-Legende
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Registriert: 11 Nov 2004 13:45
Beiträge: 8412
Wohnort: Österreich
Na ja, Bilder und Texte zu kombinieren, ist ja eigentlich ein alter Hut. Nur ist es halt üblicher, Illustrationen zu Geschichten zu machen und nicht umgekehrt. Es hat aber auch im deutschsprachigen Raum immer wieder solche Projekte gegeben, z.B. fällt mir gerade das hier ein: https://www.fabylon.de/produkt/bionda-a ... sad-roses/

Und natürlich ist selbst ein klassischer Kalender ja auch oft so eine Zusammenstellung. (Weiser Spruch + Foto)

Ich habe mal ein Exposee für eine Jugendkrimiserie geschrieben, bei der ein echtes Internetforum (also da konnte man sich auch registrieren - es war aber nichts natürlich Gewachsenes) da mit eine Rolle spielen sollte. Also das war eben so eine Verknüpfung digitaler Inhalte. Bei mir hat es allerdings nicht geklappt.


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BeitragVerfasst: 20 Jan 2020 17:37 
Schreiberling
Schreiberling
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Registriert: 15 Nov 2009 13:48
Beiträge: 1860
Wohnort: Winnert (bei Husum)
Hybridarbeiten zwischen Printbuch, demnächst auch E-Book und Internet (Video, Musik, gesprochene Texte), findest du bei Die|QR|Edition (einem Imprint von p.machinery).
Deine virtuelle Stadt ist vermutlich "Second Life".

My.

_________________
'
Ohne Hund leben?
Was für 'ne blöde Idee ---

M’ hemm l-ebda ghadra –


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BeitragVerfasst: 21 Jan 2020 08:38 
Satzartist
Satzartist

Registriert: 16 Aug 2010 17:35
Beiträge: 549
Ansgar, kennst du Übermorgen Film?

Die erschaffen Videos auf Basis von Kurzgeschichten:
http://www.scifinet.org/scifinetboard/i ... ock-dance/

_________________
Der ErnstFall Michael Schmidt
www.defms.de


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BeitragVerfasst: 25 Jan 2020 18:03 
Geschichtenweber-Lehrling
Geschichtenweber-Lehrling
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Registriert: 10 Mai 2009 16:59
Beiträge: 3527
Das Buch von dem ich sprach, war Inspiration, die digitalen Welten des Andreas Schwietzke, in dem die Autoren sich von Bildern inspirieren ließen.

_________________
http://mluniverse.wordpress.com
Wer wenig denkt, irrt viel (Leonardo da Vinci)


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BeitragVerfasst: 02 Feb 2020 15:23 
Bleistiftspitzer

Registriert: 28 Dez 2019 15:22
Beiträge: 11
Wohnort: Stolberg (Rheinland)
Liebe Geschichtenweber,
ich muss zunächst sehr um Entschuldigung bitten. Da habe ich hier eine Frage gestellt und bin dann abgetaucht. Entschuldigt bitte. Es gab diverse Gründe dafür. Nichtsdestotrotz hätte ich zumindest kurz schon einmal "danke" sagen können. Sorry!!!

Sehr vielen lieben Dank für eure Anregungen und Infos. Viele spannende Dinge, wie ich finde: Das Musikvideo von Übermorgen-Film gefällt mir gut, ebenso finde ich die Sad-Roses - Anthologie, das Matrjoschka-Projekt, die digitalen Welten des Andreas Schwietzke und die |QR|Edition spannend.

Natürlich hast du recht, Nina: Die Verbindung zwischen Bild und Text ist nichts Neues, wobei das Bild als Inspirationsquelle für den Text vielleicht seltener ist als das Bild, das vom Text inspiriert wird und als Illustration dient?

Diese "Inspirationsketten" wie beim Matrjoschka-Projekt finde ich besonders spannend, weil jedes neue Werk wiederum Grundlage für ein neues Werk ist, das dann wieder ... das war ungefähr das, was ich mit "meiner" virtuellen Stadt im Kopf hatte, ohne zu wissen, dass es so etwas im Prinzip gibt. Pictures at an Exhibiton" von ELP kenne ich zwar, aber mir war die Hintergrundgeschichte nicht bekannt.

Die Verbindung aus einem analogem Buch und Internet finde ich auch sehr interessant, wenn etwa ein Charakter in einem Buch plötzlich in einem Video auftaucht oder eine Szene musikalisch im Internet ergänzt wird. Die Sache mit dem Video hat möglicherweise aber auch ihre Nachteile, weil sie dem Leser / der Leserin ein Stück eigener Gestaltung der jeweiligen Person nimmt? Sie wird sie sich trotz der Beschreibung im Buch, die einen Rahmen für die Fantasie bildet, an der sich auch das Video orientiert, sicherlich zumindest etwas anders vorgestellt haben als im Video dargestellt.

Auf jeden Fall nochmals vielen lieben Dank für eure Projektvorstellungen und sehr liebe Grüße aus dem heute sehr grauen Stolberg, also sehr, sehr grauen Stolberg!


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