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Bitte um medizinische Beratung
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Autor:  Roghan Rascomon [ 01 Okt 2016 05:57 ]
Betreff des Beitrags:  Bitte um medizinische Beratung

Ich hätte bitte eine Frage an die Ärzte hier im Forum. :problem:

In meiner Geschichte nimmt die Hauptperson "A" Marcumar ein.

Im Showdown kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dieser Person und ihrem Liebhaber "B".
In dessen Verlauf wird er handgreiflich und trachtet "A" nach dem Leben.

Wäre es extrem an den Haaren herbeigezogen, wenn B zuschlägt, in der Hoffnung, dass Verletzungen infolge von Schlägen beim Opfer zu inneren Blutungen führen, die möglicherweise den Tod nach sich ziehen?
Könnte die Prügelattacke in dem Fall ein glatter Mordversuch sein? :wtf:

Aus Plot-Sicht wäre es "gut", wenn es so wäre. Andernfalls muss ich mir eine andere Gewalttat ausdenken.

Im Voraus schon mal vielen Dank für die Mühe.

Autor:  Marty [ 02 Okt 2016 19:04 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Bitte um medizinische Beratung

Meine heimische kardiologische Frachkraft ;) sagt mir gerade, dass es durch die Einnahme von Makomar nur bei starker Überdosierung zu Ähnlichkeiten, wie bei einem Bluter kommen könnte.
Das ist jetzt allerdings Wissen, welches nicht unbedingt jeder auf der Pfanne hat.

Aber Schläge die innerer Verletzungen herbeiführen sollen, die müssen doch schon recht hart sein, denke ich mir.

Und im Erste Hilfe Kurs lernt ja man, dass nicht behandelte innere Verletzungen bei jedem Menschen sehr leicht zu einem inneren Verbluten führen können. Erst kommt der Schock (Blutverlust), dann die Bewußtlosikeit, dann... HKL Stillstand.

Nun im Strafrecht geht es immer um den Vorsatz des Täters. :geek:

Wenn ich jemanden in der Absicht schlage (und treffe) um seinen Tod herbeizuführen, dann ist es zumindest mal versuchter Totschlag, wenn der Geschlagene tatsächlich aufgrund meiner Schläge stirbt ist es Totschlag. Der Wille, bzw. die Absicht zählt und macht oft den Unterschied!

Wenn ich jemanden schlage, weil ich ihm NUR weh tun, ihn aber nicht umbringen will, und das Opfer stirbt trotzdem kann es immer noch Totschlag sein, wenn meine Schläge die Todesursache waren und ich mit bedingtem Vorsatz (="hätte wissen müssen und hat in Kauf genommen") gehandelt habe.

Wenn man mir den bedingten Vorsatz nicht nachweisen kann, dann wird die Tat zur Körperverletzung mit Todesfolge.

Mord wird die Tat erst, wenn dabei auch die Tatbestandsmerkmale (Qualifizierung) des Mordes erfüllt sind. Die da wären:
Zitat:
(2) Mörder ist, wer
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
einen Menschen tötet.

Autor:  Roghan Rascomon [ 03 Okt 2016 12:13 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Bitte um medizinische Beratung

Vielen lieben Dank an Dich und Deine kardiologische Fachkraft, dass Ihr Euch so viel Mühe macht. Das ist riesig nett. :violin: :angel: :violin:

Das mit dem Mord ist wirklich zu weit hergeholt, das sehe ich ein. :wtf:
In der Szene, die ich geplant habe, geht es unter anderem darum, dass ein Mensch "A" mit seinem herrschsüchtigen Partner "B" in Konflikt gerät. :violence-stickwhack:
A erkennt, dass B ihn dahingehend erpresst, ihm einen Mord in die Schuhe zu schieben für den Fall, dass A die Beziehung beenden möchte.
B neigt generell dazu, sich bedroht zu fühlen und erträgt nicht, dass seine "Beute" sich ihm entziehen möchte. :animals-chickencatch:
Er wird fuchsteufelswild. Hinzu kommt, dass er seinen Lebensentwurf einstürzen sieht und er wird keine Möglichkeit mehr haben, einen neuen zu entwickeln.
Der Angriff fällt dementsprechend heftig aus.

Vielleicht ist das aber ein Szenario, das jeden Menschen in Lebensgefahr bringen könnte, unabhängig von blutverdünnenden Medikamenten:
Eine körperlich mäßig überlegene aber entschlossene Person rammt einer anderen die Faust ins Gesicht. Ein Sturz birgt die Möglichkeit einer Kopfverletzung mit fatalen Folgen. Ein Tritt in den Bauch könnte Risse in Milz, Leber, oder Bauchspeicheldrüse nach sich ziehen und somit zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen führen.
Ich steiche das mit dem Marcumar. Es macht den Plot unnötig kompliziert. :idea:

Aber wenn wir schon im Gespräch sind, hätte ich noch eine weitere indiskrete Frage. :problem:
Kennst Du jemanden, der Einblick in die Vernehmungspraxis der britischen Polizei hat, oder hast Du evtl. einen Lektüretipp?
Dass die Polizisten dort immer zu zweit sind bei so einem Vorhaben, weiß ich. Und auch, dass jede Vernehmung dort auf Band aufgezeichnet wird, anders als bei uns. Aber damit erschöpfen sich meine Kenntnisse. ???

Habt in jedem Fall nochmals vielen lieben Dank für Eure Mühe. Ihr habt mir sehr geholfen. :thumbup: :clap: :thumbup:
Ich wünsche Euch noch einen schönen Restfeiertag.

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