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 Betreff des Beitrags: „Ein Pfau im Park“
BeitragVerfasst: 02 Jun 2015 08:51 
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Registriert: 11 Nov 2012 06:28
Beiträge: 121
Tedine Sanss - „Ein Pfau im Park“
Hardcover: 216 Seiten
Preis: € 11,90
Auch als E-Book erhältlich
Preis: 2,99 €
Verlag: O'Connell Press
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-945227-15-2
ISBN-10: 394522716X
ISBN-13: 978-3945227169


Der leicht exzentrische und wohlhabende Privatdetektiv Cristóbal O'Leary wurde auf das Anwesen von Colonel Banks geladen.
Dort soll O'Leary sein scharfes Auge auf ein besonders schönes Stück aus der Juwelensammlung des Colonels halten, da es Hinweise über einen berühmter Dieb gibt, welcher es auf die Sammlung abgesehen hat. Dieser könnte allem Anschein nach die nächsten Tag zuschlagen, da Banks seine Juwelen einigen geladenen Experten zur Begutachtung zeigen möchte.

Natürlich lässt der obligatorische Mord in einem solchen Buches nicht lang auf sich warten.

Es gibt unter den Gäste sowie den Bediensteten eine Reihe skurriler Tatverdächtiger, jeder Einzelne mit seinem eigenen kleinen Geheimnis, das auch zum Motiv taugen könnte und irgendwie mit der Vergangenheit des Ermordeten stark verwoben scheint. Immer wenn man selbst glaubt, der Tätet sei ertappt, erweist es sich als Irrtum. Nichts ist wie es scheint. Intelligente Wendungen, unerwartete Entwicklungen und ein Ende, mit den man nicht gerechnet hätte.

Genrefans kommen hier voll auf ihre Kosten. Und jedes weitere Wort würde den Lesespaß trüben.

Meinung:

Ich persönlich muss sagen, dass Krimis mir normalerweise nicht liegen und dieser nur langsam an Fahrt gewinnt, wohl aber lohnend ist. Jede wichtige Figur ist gut ausgearbeitet und hat ihren glaubwürdigen Charakter, wenn auch manchmal etwas simpel.
Im Allgemeinen war der Roman mit etwas mehr als 300 000 Zeichen viel zu kurz. Um so mehr man liest, um so mehr von den Figuren und ihrem Umfeld wünschte man zu lesen.
Es fehlte mir auch ein wenig das „Zwischenmenschliche“ der beiden Hauptprotagonisten, gerade weil zu Anfang so viele Andeutungen gemacht worden sind, die zur Mitte und zum Ende hin leider (zugunsten der Handlungsgeschwindigkeit) fallen gelassen worden sind.
Mehr Zeit hätte dem Werk als Roman sicher nicht geschadet und wäre direkt noch ein wenig witziger geworden. Die Geschichte als solche aber bleibt spannend, bis zur letzten Zeile.

_________________
Warum auf alte Katastrophen zurückblicken? Es liegen noch unzählige vor einem!
[ img ]
Acheronian.de


Zuletzt geändert von Galax am 03 Jun 2015 13:29, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: „Ein Pfau im Park“
BeitragVerfasst: 03 Jun 2015 10:45 
Geschichtenweber-Lehrling
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Registriert: 10 Mai 2009 16:59
Beiträge: 3253
Titel: Ein Pfau im Park
Autor: Tedine Sanss
Hardcover 216 Seite
(erscheint am 02.07.2015)
ISBN: 978-3-945227-14-5
Preis: 11,90 €
E-Book
ISBN: 978-3-945277-15-2
Preis: 2,99 €
Dateianhang:
Ein-Pfau-im-Park_eine-Ebene_WEB.jpg


Tedine Sanss führt uns zurück in das Jahr 1922. Wir begleiten den privaten Ermittler Cristóbal O'Leary und seinen Butler, Fahrer und Sekretär in einer Person, Daniel Ffordes, auf das Landgut von Colonel Warren Banks. Erst vor Kurzem erwarb der Colonel diesen Besitz mit einem Vermögen, das er in Indien auf unbekannte Weise erlangte. Der Gastgeber lud eine illustre Runde ein, um eine Sammlung von Edelsteinen zur Begutachtung zu präsentieren:
Professor Basil Figgs, Bischof Jeremiah Cassock, der indische Prinz Quasim, und die Journalistin und Reisebuchautorin Genevere Huntington treffen kurz nach O'Leary und Ffordes ein. Nachdem Butler Brown, Diener Fathoms,, Zimmermädchen Doreen und eine alte, seltsam schweigsame Inderin alle Gäste untergebracht haben, trifft man sich auf der Terrasse zum Tee. Das Glanzstück der Sammlung, ›Das Auge der Göttin‹ ein großer Saphir fasziniert alle Betrachter und scheint niedere Instinkte freizusetzen.

O'Leary wurde eingeladen, weil die Polizei den Colonel vor dem Meisterdieb Rhosyn warnte, der unlängst ganz in der Nähe gesehen wurde.
Gleich in der ersten Nacht stirbt der Hausherr und O'Leary wird von dem Dorfpolizisten, dessen Vorgesetzter in Urlaub ist, um Unterstützung gebeten. Nachdem ein Arzt den Leichnam seziert hat, steht fest, Banks starb keines natürlichen Todes.
Während der Ermittlungen wird so mancher Gast enttarnt und auch die Dienerschaft ist nicht, was sie vorgibt, zu sein.
In guter alter Agatha Christie Manier lässt die Autorin den Leser bald diesen, bald jenen Akteur verdächtigen. (Ich persönlich machte der Tradition ›Mörder ist, wer am unwahrscheinlichsten erscheint‹ folgend, selbst vor dem Polizisten nicht halt.)
Allerdings wird es den wenigsten Lesern gelingen, die Bösewichter alle zu durchschauen. Denn es finden sich in dieser Runde Personen, die vorgeben jemand anderer zu sein, Kunstdiebe und Mörder.
Sämtliche Charaktere erkennt der Leser schon an der Sprache. Der eine stottert, der andere spricht nur unvollständige Sätze, andere schwafeln.
Man hat diese glanzvolle Runde förmlich vor Augen:
Die Reisebuch-Autorin, die amourösen Abenteuern nicht abgeneigt ist, den Bischof, der den weltlichen Genüssen, insbesondere dem Portwein, etwas zu sehr gewogen ist, den indischen Prinzen, der nicht nur durch sein Äußeres auffällt und der trocken-langweilige Professor. O'Leary, der durch Kajal, extravagante Kleidung und hohe Absätze ebenso besticht wie durch seinen klaren Geist, nicht zu vergessen.
Die Geschichte wird mit viel Humor von Daniel Ffordes erzählt, der mit einem Augenzwinkern alle kleinen Schwächen aufdeckt, ohne dabei je böse zu werden.
Am Ende werden alle Bösewichte gestellt, der Gerechtigkeit Geltung verschafft und der Leser mit einer mystischen Wendung überrascht.

Nicht alle Probleme werden auf die herkömmliche Art, im Sinne der Gesetzgebung, gelöst. Allerdings stimmt der Leser dem Ermittler in jeder dieser moralischen Entscheidungen zu, was eine Kunst für sich darstellt.

Obwohl dieser Roman eindeutig ein Krimi ist, finde ich die Sortierung unter ›Thriller‹ nicht ganz passend. Der Roman ist spannend geschrieben, aber er unterhält mehr, als ein Pageturner zu sein.
Die Leser, die Miss Marple oder Hercule Poirot mögen, werden auch an O'Leary ihren Spaß haben.

Ich mochte Agatha Christie und finde, Tedine Sanss ist eine würdige Erbin.
Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn die Autorin mich früher auf die mystische Schiene geleitet hätte. Prinzipiell gefällt es mir gut, wenn Krimi und Fantastik miteinander verwoben werden. Diese Entwicklung, besonders wenn sie zum Ende hin erfolgt, könnte allerdings von Kritikern auch für eine ›Deus ex Machina‹, eine unerwartete Person oder Begebenheit, die die Lösung bringt, gehalten werden.
Diese Kritiker sollten bitte nicht vergessen, dass ›Ein Pfau im Park‹ ein Debüt Roman ist.
Ich bin fest davon überzeugt, dass die mystische Ader im Nachfolger, den ich mir wünsche, weit früher auftauchen wird.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es jedem empfehlen, der die alten Krimis liebt, die ohne die aktuell angesagte, sehr ins Detail gehende, Gewalt auskommen.

Dieses Debüt bekommt von mir die volle Punktzahl.
Ich bin gespannt, wo es diesen Ermittler noch hinführen wird.
In einen Zug? Auf ein Schiff? Bei dieser Autorin könnte ich mir O'Leary sogar auf dem Mond vorstellen.

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 Betreff des Beitrags: Re: „Ein Pfau im Park“
BeitragVerfasst: 03 Jun 2015 22:30 
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Registriert: 27 Mär 2012 20:51
Beiträge: 232
Liest sich gut an, wobei ich gestehen muss: bei den Worten, der Leichnam wurde seziert, ist mir glatt ein bisschen schlecht geworden. Und wenn das Buch Humor mit Spannung der alten Schule und Mystisches mischt ... das lockt. Schade nur, dass es das Ebook noch nicht zu kaufen gibt. Oder hab ich was überlesen?


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 Betreff des Beitrags: Re: „Ein Pfau im Park“
BeitragVerfasst: 04 Jun 2015 09:43 
Geschichtenweber-Lehrling
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Registriert: 10 Mai 2009 16:59
Beiträge: 3253
Nein, das gibt es noch nicht zu kaufen. Hardcover und E-Book werden am 2.7. herauskommen.
(Wir haben vorab Rezensions-Exemplare bekommen.)
Sei ganz beruhigt, die Autorin fährt nicht ganz nah mit der Kamera heran, wenn die Leiche untersucht wird. Die Untersuchung ist notwendig, um zu erfahren, dass es kein natürlicher Tod war.
Ich finde diese Mischung auch sehr interessant und hoffe, dass es in dieser Richtung weitergehen wird.
So häufig findet man das, glaube ich zumindest, nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: „Ein Pfau im Park“
BeitragVerfasst: 03 Jul 2015 18:15 
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Registriert: 27 Mär 2012 20:51
Beiträge: 232
Hallo Marianne,

danke noch mal für den Tipp, ich hab es bei Amazon gefunden und geordert. Bin gespannt, nachdem was Ihr hier geschrieben habt.


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 Betreff des Beitrags: Re: „Ein Pfau im Park“
BeitragVerfasst: 04 Jul 2015 17:59 
Geschichtenweber-Lehrling
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Registriert: 10 Mai 2009 16:59
Beiträge: 3253
Hallo Susann,

du wirst ganz sicher nicht enttäuscht.

Lass dann mal hören, wie es dir gefallen hat, ja?

Liebe Grüße

Marianne

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